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Das Tanzlexikon 2017-03-15T10:32:48+00:00

Das Tanzlexikon

der Tanzschule Matschek

Lateinamerikanische- und Standardtänze

Das internationale Welttanz- Programm umfasst zehn Tänze.
Diese sind in zwei Sektionen unterteilt: Die Standtänze und die Lateinamerikanischen Tänze.
Hier finden Sie Informationen und Wissenswertes zu den den einzelnen Tänzen!

Die Standard- und die Lateinamerikanischen Tänze

Wie man schon am Namen erkennen kann stammen die Lateintänze aus Mittel-, Süd-, und Nordamerika bis auf den Paso Doble, dieser kommt aus Spanien. Die Standardtänze hingegen sind in Europa entstanden. Auch hier gibt es eine Ausnahme, der Tango der aus Argentinien stammt, dessen Zugehörigkeit anfangs deshalb noch unklar war. Sie unterscheiden sich von den Standardtänzen in der Musik, der Haltung, der Kleidung und besonders der Charakteristik:

Während die Standardtänze ein harmonisches, gemeinsames Tanzbild anstreben (enge Tanzhaltung) tanzt bei den Lateintänzen jeder Partner seinen eigenen Part (weite Tanzhaltung, oft auch getrennt). Das spiegelt sich auch in der Charakteristik wieder- die Bewegungen beim Standardtanzen sollen gemeinsam und zusammen stattfinden, bei den Lateintänzen ist es mehr das Spiel und der Flirt miteinander, man hat sich noch nicht entschieden. Die Kleidung kann man zB. bei Tanzturnieren auch klar unterscheiden: Im Standard werden lange, gesetzte Kleider und Frack getragen (eher konservativ), beim Latein eher kürzere frechere Varianten von Sommerkleidung.

Die Standardtänze

Langsamer Walzer

Fließende, langsame, und schwungvolle Pendelbewegungen und zahlreiche Rechts- und Linksdrehungen sind typisch für diesen Standardtanz. Er wird häufig auch ‚English Walz’ genannt, denn obwohl er ursprünglich aus Österreich stammt, haben ihn letztlich die Briten zu dem gemacht was er heute ist. Er wird mit ca.29 Takten pro Minute im dreiviertel Takt getanzt. Sein Charakter ist vor allem der Schwung, der durch das Heben und Senken in Verbindung mit raumgreifenden Schritten entsteht. Der Langsame Walzer ist besonders beliebt und wird meist schon in der ersten Tanzstunde in der Tanzschule unterrichtet. Auf Turnieren steht er immer als erstes auf dem Programm.

Tango

Der Tango ist der einzige Standardtanz der nicht aus Europa, sondern aus Argentinien stammt. Er hat ca. 32 Takte pro Minute und wird im 4/4 Takt getanzt. Charakteristisch für diesen Tanz sind die typischen Tangobewegungen- schnelle ruckartige Drehungen, Richtungswechsel und Kopfbewegungen zum typischen Tangorhythmus.Auch die Tanzhaltung unterscheidet sich von der Haltung in den Schwungtänzen, sie ist kompakter und somit noch stabiler. Die Dame hat die typische Tangohand am Rücken des Herren. Der Tango ist verwandt, jedoch nicht zu verwechseln mit dem Tango Argentino, der sich in Haltung und Bewegung sehr vom europäischen Tango unterscheidet.

Wiener Walzer

Mit seinen ca.60 Takten pro Minute ist er gut doppelt so schnell wie der Langsame Walzer. Ganz typisch für den Wiener Walzer: der dreiviertel Takt. Er ist der wohl älteste der uns bekannten Standardtänze- bereits Ende des achtzehnten Jahrhunderts ist er in Österreich und Deutschland entstanden aus dem deutschen Tanz und dem Ländler. Einst galt dieser bürgerliche Tanz als ‚unzüchtig und frivol’, er war sogar zeitweise vom deutschen Kaiser verboten worden, doch er gewann immer mehr Liebhaber und wurde durch populäre Musikstücke von Strauss und Tschaikowski bekannt. Seit den dreißiger Jahren zählt er auch zu den offiziellen Turniertänzen. Heute ist er nicht mehr wegzudenken von Hochzeiten, Bällen und sonstigen Festlichkeiten.

Slowfoxtrott

Er ist wohl der ‚britischste’ der Standardtänze, entstanden im England des zwanzigsten Jahrhunderts. Mit diesem Tanz muss man sich etwas eingehender beschäftigen um ihn zu mögen: Recht anspruchsvoll und etwas schwierig wird dieser Tanz meist erst in höheren Tanzkursen und Tanzkreisen unterrichtet. Typisch für den Slowfox sind seine federnden Wellenbewegungen die während des gesamten Tanzes im Paar erkennbar sein sollten. Unter Liebhabern oft nur ’Slow’ genannt wird er im 4/4 Takt getanzt mit ca.28Takten pro Minute. Nicht zu verwechseln ist er mit dem Foxtrott. Der Slowfox gehört mit dem Langsamen Walzer, dem Wiener Walzer und dem Quickstep zu den 4 Swingtänzen der Standardtänze.

Quickstep

Der ,Champagner unter den Weinen’- so wird dieser spritzige Tanz von seinen Fans liebevoll genannt. Mit seinen 52 Takten pro Minute im 4/4 Takt getanzt ist er der schnellste der fünf Standardtänze. Mit seinen schnellen schwungvollen Bewegungen, Drehungen und vielen Sprüngen wirkt dieser Standardtanz übermütig und drückt pure Lebensfreude aus. Dieser Tanz gilt auch als eher anspruchsvoll und wird meist erst in höheren Tanzkursen und Tanzgruppen unterrichtet. Viele Elemente aus dem Charleston, Swing und auch der Polka sind in diesem Tanz eingeflossen- ganz typisch ist hier auch die flotte, swingige Musik.

Die Lateintänze

Samba

Munter und spielerisch wird die Samba im zweiviertel Takt mit ca.52 Takten pro Minute getanzt. Sie stammt aus Brasilien und hat sich dort aus Elementen afrikanischer Kulttänze zum populären Volks- und Karnevalstanz entwickelt. Man kann die Samba leicht an den bouncenden, kreisenden Hüftbewegungen im typischen Samba-Rhythmus erkennen.
Übersetzt bedeutet der Name zutreffend:‚Tanz der Bauch- und Beckenbewegungen’
Die Samba ist voller Lebensfreude, flirtend und recht schnell auf sehr rhythmische Musik.
Unsere heutige europäische Samba unterscheidet sich natürlich von der Samba, wie sie heute in Brasilien getanzt wird- sie ist nun eine Mischung aus dem binnenkörperlichen Tanzen der Brasilianer und dem eher raumgreifenden Tanzen der Europäer.

Cha Cha Cha

In Cuba ursprünglich aus dem Mambo entstanden kam dieser freche und fröhliche Tanz in den vierziger Jahren nach Europa. Er wird im 4/4 Takt getanzt und ist mit ca.30-32 Takten pro Minute ein recht flotter Tanz.
Er ist heute ein besonders beliebter Tanz meist schon ab dem ersten Tanzkurs, da er auf viele aktuelle Popmusiktitel getanzt werden kann. Sein Charakter sind die schnellen, frechen Bewegungen und Drehungen, mit denen die Tänzer miteinander spielen.
Viele verschiedene Stilelemente aus Jazz, Mambo und Modern Dance sind in diesen Tanz eingeflossen.
In den fünfziger Jahren wurde dieser Tanz auch in den Turniersport aufgenommen.

Rumba

Wie der Cha Cha hatte die Rumba ihren Ursprung in Cuba, kam dann Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts nach Nordamerika und in den dreißiger Jahren nach Europa. Sie hat viele Elemente afrikanischer und afro- karibischer Volkstänze. Als langsamster Lateintanz hat sie ca.25- 27 Takte pro Minute und einen 4/4 Takt.
Übersetzen kann man den Namen Rumba mit: Tanzen auf einem Fest oder einer Party.
Sie ist ein Werbetanz bei dem es ganz um den Kennenlern- Flirt zwischen Mann und Frau geht- mit offenem Ausgang. Langsame Elemente wechseln sich mit blitzschnellen Drehungen und raffinierten Posen ab.

Jive

Der Jive ist mit ca. 42- 44 Takten pro Minute der schnellste lateinamerikanische Tanz. Er stammt als einziger Lateintanz nicht aus Lateinamerika sondern aus den USA.
Ursprünglich entstanden in den dreißiger Jahren aus den Swingtänzen und dem Lindy Hop und wurde er als Jitterbug und Boogie Woogie in den 40er Jahren von amerikanischen Soldaten nach Europa gebracht und dann in England zum etwas langsameren Jive weiterentwickelt.
Bei jungen Leuten in kurzer Zeit sehr beliebt waren die älteren Generationen erst mal nicht sehr begeistert von diesem flippigen, frechen Tanz, der besonders gut zur Rock’n’Roll und Twistmusik der 50-er Jahre passte. Heutzutage ist der Jive einer der populärsten Tänze für jung und alt.

Paso Doble

Der einzige Lateintanz der aus Europa kommt -in Spanien als einfacher Paartanz auf marschähnliche Musik entstanden erhielt der Paso Doble erst in Frankreich und dann auch im deutschsprachigen Raum Einzug in den 20-er bis 30-er Jahren. Viele Figuren haben deshalb auch heute noch französische Namen. Er hat 50-52 Takte pro Minute und wir im 2/4 Takt getanzt.
Übersetzt heißt dieser Tanz etwa ‚Doppel-Schritt’. Der Tanz hat zahlreiche Elemente aus dem Flamenco und aus dem Stierkampf und ist deshalb sehr energie- und spannungsgeladen. Sein Markenzeichen ist der sogenannte ‚Apell’, mit dem der Tanz und viele Tanzfiguren darin beginnen.
Im Turniersport ist der Paso Doble komplett choreographiert mit zwei musikalischen Höhepunkten, die meist mit einer Pose hervorgehoben werden. Der bekannteste Paso Doble ist der ‚Espana Cani’ der in vielfältigen Versionen erhältlich ist.

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